Nach dem Film: Am 8. März Podiumsdiskussion

Der Einsatz der Kolpingsfamilie Ankum für das Thema Colonia Dignidad wurde mit einem vollen Kinosaal belohnt. Und er geht weiter: Am 8. März folgt eine Podiumsdiskussion.

Organisiert von der Kolpingsfamilie: Ein ganz besonderer Kinoabend in Ankum.

Die Reihen im Saal 1 des Gloria-Kinos füllten sich, eine nach der anderen – obwohl der eisige Wind am Mittwochabend nicht gerade zum Rausgehen einlud. Auf den Weg gemacht zum Film „Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“ hatten sich Besucher jeden Alters, von um die 20 bis 80 +. Das Interesse, auf das der Film stieß, belohnte das große Engagement der Ankumer Kolpingsfamilie für dieses Thema, das am 8. März mit einer Podiumsdiskussion fortgesetzt wird.

Einige hatten es sich schon sehr früh im Kinosaal gemütlich gemacht.

Folter, sexueller Missbrauch, Mord: Schreckliche Verbrechen gehen auf das Konto der „Colonia Dignidad“, einer Sekte, die Anfang der 1960-er Jahre vom deutschen Laienprediger Paul Schäfer gegründet wurde. Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie hier.

Ort & Zeit Podiumsdiskussion. Donnerstag, 8. März, 19.00 Uhr, See- und Sporthotel in 49577 Ankum, Tütinger Straße 28.

 

„Es wird Zeit, dass den Opfern endlich Gerechtigkeit widerfährt“.

Was es bedeutete, in die Fänge der „Colonia Dignidad“ zu geraten, davon vermittelte der Film einen Eindruck. „Es wird Zeit, dass den Opfern endlich Gerechtigkeit widerfährt“, sagt Franz-Josef Ewerding, denn die widerfuhr ihnen bis heute noch nicht. Um das Schicksal der Opfer in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken, nahm sich die Kolpingsfamilie Ankum dieses Themas an.

Freude über die gute Resonanz (von links): Felix Kruse und Dominik May-Johann aus dem Leitungskreis der Kolpingjugend Ankum, Leonie Siegl und Elisa Buschermöhle, dahinter Markus Heitmann, Vorsitzender der Kolpingsfamilie sowie rechts Franz-Josef Ewerding, der Organisator der Veranstaltung.

Es war Franz-Josef Ewerding, der den Stein ins Rollen brachte. Und er fand tatkräftige Unterstützung, nicht zuletzt bei der Kolpingjugend. Dass Franz-Josef Ewerding vor allem lange Gespräche mit Zeitzeugen tief berührt und nicht mehr losgelassen haben, ist im Gespräch mit ihm vor dem Filmstart deutlich zu spüren.

An der Podiumsdiskussion am 8. März werden auch Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs der August-Benninghaus-Schule teilnehmen, die sich im Unterricht mit dem Thema befassten.

Draußen klirrende Kälte, drinnen Drinks, Popcorn & Co.

 

Markus Heitmann zieht nach dem Filmabend als Résumé: „Mir und auch vielen anderen, mit denen ich gesprochen habe, hat der Film sehr gut gefallen, auch wenn das Thema nicht gerade ein leichtes war, so durch die Tatsache, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten basiert. Viele sind, wie auch ich, schon gespannt, wie es mit dem Thema am Donnerstag weiter geht.“

 

Ein Kinoabend als gelungener Auftakt.

Podiumsdiskussion auch mit Zeitzeugen.

Für alle, die den Film nicht gesehen haben und die sich vor der Podiumsdiskussion informieren möchten: Auf der Seite www.kolping-ankum.de gibt es Links zu Hintergrundinfos und Dokumentationen.

„Erstmals werden an einem Podium zur Colonia Dignidad auch ehemalige Bewohner der Kolonie als Zeitzeugen teilnehmen“, so die Kolpingsfamilie. Als weitere Gäste kündigt sie an: „Dr. André Berghegger als Mitglied des Deutschen Bundestages, den Menschenrechtler (Amnesty International) und Buchautor Dieter Maier, Jan Stehle vom Forschungs- & Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. in Berlin, Maike Dreckmann, Doktorandin zum Thema Colonia Dignidad, Petra Isabel Schlagenhauf, Rechtsanwältin und Opfervertreterin sowie Jürgen Karwelat als Sprecher der Not- und Interessengemeinschaft der Geschädigten der Colonia Dignidad.“

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2 Kommentare

  1. Peter Rahl

    Besonders bedanken möchte ich mich bei der Kolpingfamilie für ihren Mut dieses brisante Thema wieter in die Öffentlichkeit zu ziehen. Zumal es keine persönliche / verwandschaftliche Beziehung zu den Opfern der Hopp-Schäferdiktatur gab. Der Bund der ev. freik. Gemeinden Deutschlands tut sich da recht schwer, obwohl die Zusammenhänge und Geschenisse in den 50 / 60 ger Jahren dem Bund mahnent gegenüber stehen und sich mit Schweigen nicht aus der Welt (und dem Gewissen) bringen lassen. Allen Mitgliedern der Kolpingfamilie Ankum ein herzliches Dankeschön und eine innige Verbundenheit. Tschüß bis zum 8.3. Peter Rahl

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