Kontroverse um Plansch-Becken im Freibad

Den Kleinkind-Pool mit Spielgeräten für gut 50.000 € bestücken oder reichen auch 3 oder 4 Geräte für zusammen 15.000 €? Über diese Frage gerieten die Ratsmitglieder aneinander.

3 oder 4 Spielgeräte für zusammen 15.000 € reichen aus: Das stieß bei der CDU auf Ablehnung. © Aqua Drolics.

Das Freibad in Bersenbrück wird wieder ein Kleinkind-Becken bekommen. Zu diesem Pool hat die niederländische Firma Aqua Drolics ein Angebot vorgelegt. Dieses Angebot umfasst das Wasserbecken plus 10 Spielgeräte, mit denen das Becken bestückt werden könnte.

 

Weniger Spielgeräte – das stieß auf Widerstand bei der CDU.

Preis: 4.350 €.

Müssen es so viele Spielgeräte für (brutto) über 50.000 € sein? Die SPD-Fraktion hatte 2017 im Rahmen der Haushaltsberatungen beantragt, wieder ein Planschbecken einzurichten. Aber es müssen bei diesem Becken keine 10 Spielgeräte sein, so die SPD in der Ratssitzung am 26. Juni. Die Summe für eine Anschaffung von Spielgeräten solle begrenzt werden auf 15.000 €. Dafür könnten z. B., zeigt die Liste von Aqua Drolics, drei Spielgeräte wie ein Wasserpilz mit einem Durchmesser von 1,60 m, eine Regenbogen-Rutsche und ein Delfin angeschafft werden.

Die 10 Spielgeräte aus dem Angebot von Aqua Drolics würden fast so viel kosten wie der Kunststoff-Pool mit einer Wasseroberfläche von 61 qm. Die Mittel für Spielgeräte auf 15.000 € reduzieren – das stieß auf Widerstand bei der CDU.

Position 1 (gut 47.000 €) ist der Kunsstoff-Pool. Darunter im Angebot von Aqua Drolics die Preise für die 10 Geräte. Zusammen mit gut 42.000 € fast so teuer wie der Pool. Obendrauf kommt noch die MwSt.

 

„Bei einem Planschbecken geht es ums Wasser“.

SPD-Fraktionschef Manfred Krusche hatte sich dafür ausgesprochen, das Kleinkind-Becken nicht mit Spielgeräten „zu überladen“. In der Folge kam es zu einem längeren Hin und Her zwischen Ratsmitgliedern der CDU, die sich gegen den SPD-Vorstoß wandten, und Vertretern aus den Reihen der SPD, der Grünen und der UWGs.

Weniger Spielgeräte anschaffen? Da griff CDU-Fraktionschef Gerd Uphoff zu dem Vergleich, das sei „wie ein Spielplatz ohne Spielgeräte“. Dem widersprach Reinhold Waldhaus (SPD): Bei einem Planschbecken gehe es um den spielerischen Umgang mit Wasser und nicht in erster Linie um Spielgeräte.

Die Ratsmitglieder der Grünen (vorne), dann der SPD, der UWG Samtgemeinde und der UWG Ankum plus Samtgemeindebürgermeister Dr. Horst Baier.

 

Sinnvoll oder nicht sinnvoll?

Aus SPD-Sicht spielte auch die Kostenersparnis eine wichtige Rolle. Man könne und solle „nicht mit Geld rumschmeißen“, so Manfred Krusche. Das bei den Spielgeräten eingesparte Geld solle sinnvollerweise lieber für ein schützendes Sonnensegel ausgegeben werden. Bei anderen Wortmeldungen dominierte vor allem die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, mehr als 3 oder 4 Spielgeräte anzuschaffen.

Aus pädagogischer Sicht sei das nicht sinnvoll, so Elisabeth Middelschulte, Ratsfrau der Grünen. Man habe heute eher das Problem einer Überreizung von Kindern – Stichwort ADHS, Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung – und darum sei weniger mehr.

Die Tischreihe der Gruppe CDU/FDP kurz vor der Sitzung, zu der dann auch noch Fraktionschef Gerd Uphoff hinzukam.

Preis Rutsche: 5.075 €.

Christian Klütsch (CDU), Ratsmitglied und Bersenbrücks Bürgermeister, plädierte für eine hohe „Attraktivität“ des Kinderbeckens. Für ein attraktives Becken war auch Detert Brummer-Bange (UWG Ankum), aber dafür müsse man nicht, so Brummer-Bange, das Kinderbecken mit Spielgeräten „zustellen“. Man können doch mit einer reduzierten Anzahl von Geräten anfangen und dann Erfahrungen auswerten. Frank von der Haar (UWG Samtgemeinde) brachte den Gedanken ein, was weitere Spielgeräte angehe, könne auch versucht werden, Sponsoren für eine Finanzierung zu gewinnen.

 

Eine Mehrheit für 15.000-Euro-Begrenzung.

Der Rat sprach sich mehrheitlich gegen die CDU-Position aus, die Angelegenheit in den Ausschuss zu verweisen und dort erneut zu beraten.

Delfin-Preis: 2.700 €.

Eine Mehrheit fand dagegen, wofür sich bereits der Verwaltungsausschuss, der vor der Ratssitzung zusammengekommen war, ausgesprochen hatte: die Geldausgabe für Spielgeräte auf 15.000 € zu begrenzen. Dafür können drei oder auch mehr Spielgeräte angeschafft werden, je nach Preis der Geräte. Beschlossen wurde im Rat, die von der Verwaltung erarbeitete Beschlussvorlage um einen Satz (rot markiert) zu ergänzen.

„Die Verwaltung wird beauftragt, die Planung und Ausschreibung für den Neubau eines Kleinkinderbeckens im Freibad Bersenbrück auf der Grundlage eines Kleinkinderbeckens, wie von der Fa.Aqua Drolics angeboten, vorzubereiten und durchzuführen. Anstatt der angebotenen 10 Spielgeräte (Nr. 2 – 11) für 50.307 € (incl. MwSt.) wird für Spielgeräte nur ein Betrag von 15.000 € (incl. MwSt.) bereitgestellt, in dessen Rahmen die Verwaltung das Becken mit geeigneten Geräten ausstattet. Mit dem Bau soll nach der Freibadsaison 2019 begonnen werden. Vorab ist konkret durch die Verwaltung zu prüfen, ob die Variante 2 – Neubau des Beckens mit Anschluss an den vorhandenen Wasserkreislauf des Freibadbeckens technisch umsetzbar ist.“

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2 Kommentare

  1. Ein Ankumer Landwirt

    Also Minimum 330000-410000€ für ein kleinkinderbecken und dann wird am Spielzeug gespart?
    Was sollen die Kleinkinder denn in dem Becken machen? Glaubt hier irgendwer, dass die sich da reinsetzten und zufrieden sind?
    Wenn es da nicht interessant genug ist, dann wird halt aufgestanden und woanders hingelaufen. Mit allen Konsequenzen für die Eltern.
    Wenn das also gut angenommen werden soll, dann sollten da zwingend vernünftige Spielgeräte verbaut werden mit denen die Kinder auch interagieren können. Der bloede pilz ist sogar das schlimmste was man machen kann. Welches Kleinkind lässt sich schon freiwillig soviel Wasser über den Kopf laufen. Das macht den eher Angst.
    Wenn dann also rutschen, kleine Wasserstrahlen oder Räder, Eimer, Schaumstoffspielzeug etc.
    Gerne auch ein kleiner Spielturm!
    Zaun drumzu und Sonnensegel.
    Wenn ihr das nicht hinbekommt dann lasst es besser….

    • Stephi

      vielleicht einfach mal die eltern fragen – ach nee, das wäre zu einfach…

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