Mehr so – oder so in Ankum?

Häuser über Häuser, wo einst Äcker & Wiesen waren: Ankum ist enorm gewachsen und wird weiter kräftig wachsen. Im Rat wird nun eine Grünoffensive – ein Baum- und Gehölzplan – zum Thema.

Gegenüber der Kita St. Nikolaus: ein Naturparadies. In anderen Ecken zu beobachten: der Trend zu Pflegeleichtigkeit.

Um fast 70 % ist Ankums Einwohnerzahl seit Anfang 1960 gestiegen – von 4.400 auf jetzt fast 7.400. Und Ankum wird weiter wachsen. So weit, so gut. Die Kehrseite der Medaille – ist eine doppelte: Äcker und Wiesen verschwinden mehr und mehr und innerorts wächst der Trend zu „Hauptsache pflegeleicht“.

Ganz grob – in Orange – skizziert, wie Ankum in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist: Schwarz umrandet: wie es weiter wachsen soll.

 

Kleinere Beete an der Straße, Bäume weg…

Die Zeiten ändern sich: Natur, wie es sie in den 1960-er Jahren noch innerorts als Obst- und Gemüsegärten bei Einfamilienhäusern gab, gehören der Vergangenheit an. Auf privaten Grundstücken gibt es immer weniger Platz für Natur und so manchem ist inzwischen selbst ein kleines Beet mit Blumen zu viel Arbeit. Da wird so steril gestaltet, dass kein Grashalm mehr eine Chance hat, dass sich kein Schmetterling mehr blicken lässt, kein Käfer, kein Vogel.

Nur Rasen statt Naturvielfalt auf dieser öffentlichen Fläche.

Privat ist privat, da kann die Gemeinde nur bedingt ein Wörtchen mitreden. Ein wichtiger Mitspieler beim Thema Natur ist sie dennoch. Sie legt z. B. Beete an Straßen an und lässt Bäume pflanzen. Aber auch an diesen kleinen Natur-Inseln wird geknabbert. In der letzten Ratssitzung wurde, wie in fast jeder anderen auch, über Wünsche von Bürgern entschieden, ein Beet an der Straße wegzunehmen, zu verkleinern oder einen Baum entfernen zu dürfen.

So mancher Bürger-Wunsch wird abgelehnt. Die Gemeinde hat, im Kleinen wie im Größeren, Handlungsmöglichkeiten in Sachen Natur und Grün, die sie bislang auch nutzte. Reicht das? Muss das Thema umfassender angepackt werden? Diese Frage warf in der Ratssitzung am 22. Juni Ralf Gramann auf.

Büsche & Blühendes machen dieses Areal auch zu einem Paradies für viele kleine Tiere.

 

Antrag der Grünen: „Vielfalt von Frei- und Grünflächen“.

Ralf Gramann.

Ganz groß wurde in Ankum gedacht, um den Ort durch neue Flächen für Bauen & Gewerbe weiter zu entwickeln (mehr dazu hier). Daran knüpfte Ralf Gramann an, als er im Rat sagte, man müsse sich Gedanken darüber machen, „wie die Siedlungen aussehen sollen“.

Was damit gemeint ist, skizzierte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die im Rat mit Ralf Gramann und Philipp Heuer vertreten ist, in einem Antrag. Darin heißt es: „Wir möchten anregen, einen Baum- und Gehölzplan für unseren Ort zu entwickeln und bei der Planung neuer Bau-und Gewerbegebiete zu berücksichtigen. Ziel soll sein, dass bestehende und neu geplante Baugebiete eine größere Vielfalt bei der Umsetzung von Frei- und Grünflächen erhalten.

So sollten bspw. großzügigere Rasen-und Beetflächen entwickelt werden, der Baumbestand auf Freiflächen größer und vielfältiger werden, Streuobstwiesen angelegt werden oder auch mit natürlichen Heckenanpflanzungen die Artenvielfalt und die Lebensqualität gesteigert werden. Wir regen an, sich dieses Themas unter fachkundiger Anleitung anzunehmen und ein Konzept zur Umsetzung zu erarbeiten.“

Der Antrag ist eingebracht, und so ist zu erwarten, dass sich der zuständige Ausschuss demnächst mit dem Thema „Baum- und Gehölzplan“ befassen wird.

 

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